Der Fisch der auch Schied genannt wird, stammt ursprünglich aus dem osteuropäischen Raum, hat sich aber in den vergangenen Jahrzehnten bis an den Rhein ausgebreitet, wo mittlerweile Exemplare von über 5 kg gefangen werden können. In punkto Kampfkraft brauch sich der Rapfen nicht hinter dem Lachs zu verstecken! Die kleineren von 1,5 - 2,5kg leben recht gesellig und rauben in Rudeln.
Der Rapfen hält sich überwiegend in Fließgewässern (Barbenregion) auf, wird aber auch in Seen & Haffen, meist nahe der Oberfläche angetroffen. Während er in der Jugend gesellig lebt und sich meist von Kleintieren aller Art ernährt, wird mit zunehmenden Alter zum Einzelgänger & räuberischen Zeitgenossen, der den Ukelei- Hasel- & Plötzenschwärmen nachstellt und auch von Fröschen, Mäuse kleineren Wasservögel nicht halt macht.
Die Raubzüge der Rapfen finden oft direkt an der Oberfläche statt, was ungemein spektakulär aussieht. Rapfen lassen sich nahezu mit allen bekannten Raubfischtechniken fangen. Der häufigste Köder ist jedoch der Spinner, den man schnell & Oberflächennah führen kann, es sind aber auch reine Oberflächenköder wie der Popper fängig.
Die Königsdisziplin ist jedoch das Fliegenfischen. Man braucht dazu eine recht solide Ausrüstung der Wurfklasse 7 oder 8. Das vorfach sollte nicht dünner als 0,25mm sein & unter der Flugschnur müssen mindestens 100m Backing auf der Spule liegen. Die Fliegen sind große Streamer, deren Färbung ruhig neutral sein kann. Ein wenig Silbertinsel am Streamerkörper reicht dem Rapfen aus, um sich an einen klein Fisch erinnert zu fühlen.
Am aussichtsreichsten ist es natürlich, den Köder direkt in Richtung von Oberflächenjagden zu werfen, und ihn dann recht zügig knapp unter Oberfläche wieder einzuholen. Die Dämmerungsphasen scheinen sich günstig auf das Rapfenangeln auszuwirken.
Mfg Sandbarsch