Dieses Jahr wollte ich es mal genauer wissen. Sind die Aale in meinen Angelgewässern wirklich verschwunden, oder was das letzte Jahr, einfach kein Aaljahr bei uns. Ich habe mich entschlossen, in diesem Jahr einige Versuche am Philippsburger Altrhein zu starten. Den ersten Versuch startete ich im Mai, da hier die Aale recht hungrig sind. Die Wassertemperatur sollte aber schon um 15 Grad liegen. Ich habe mir einen Platz ausgesucht, an dem wir schon vor Jahren immer Aale gefangen haben. Meist wurde ich von einem Freund begleitet, da es alleine doch schon mal langweilig werden kann. Zum Angelgewässer möchte ich sagen, das es kein typischer Altrheinarm ist, der wie ein See ohne Strömung ist, sondern hier eine leichte bis mittlere Strömung vorherrscht. Das liegt daran, das hier der Pfinzkanal in den Altrhein fliest. Dieser Kanal ist ca. 4 bis 5 Meter breit und etwa 1 Meter tief. Hier wollte ich auch meine ersten Versuche starten. Genau in der Ecke, wo Pfinz und Altrhein zusammen treffen.
Auf dem Bild sieht man den ruhigen, strömungslosen Teil des Altrheins. Direkt vor der Rute zieht die Strömung nach rechts vorbei. Die Strömungsbreite liegt bei etwa 5 Metern. So kann man leicht eine Rute in die Strömung und die zweite in den ruhigeren Bereich legen. Ich persönlich fische hier mit zwei Ruten mit Feederspitze und ca. 60 Gramm Wurfgewicht. In der Strömung sind Bleie von 40-50 Gramm nötig, um die Montage am Platz zu halten. Warum ich hier keine normalen Grundruten, sondern Feederruten benutze, ist eher ein Tick von mir. Mit der Feederrute sehe ich auch gleich, wenn kleine Weisfische oder kleine Barsche meinen Köder bearbeiten. Oft kann man auch das Zupfen der Klappermänner (Krebse) sehen. So kann ich immer einholen und neu beködern, damit die Rute nicht ewig ohne Köder im Wasser liegt.
Der Altrhein bietet vielen Fischarten gute Lebenbedingungen an. Hier kann man vor allem Brassen, Rotaugen , Rotfedern, Barsche, Hechte und Aale fangen. Es gibt aber auch kleinere Bestände an Schleien, Karpfen, Döbel und Rapfen. Diese werden aber meist als Beifänge gefangen. Als eine Plage sind schon fast die vielen kleinen Welse zu bezeichnen. Die Welsbrut zieht von Rhein in den Altrhein und auch kilometerweit in die Kanäle. Dort verbringen sie die ersten Lebensjahre und fressen alles was sie bewältigen können. Aus diesem Grund besteht für Welse hier auch eine Entnahmepflicht. Welse haben hier weder Schonmaß noch Schonzeit.
Ich fische hier mit Wurmhaken der Größe 1 bis 1/0 und einer Vorfachstärke von 0,35 bis 0,40mm. Somit besteht die Chance, das kleinere Aale nicht so schnell den Haken schlucken. Zudem lassen sich damit auch etwas größere Welse gut haken. Bei allen Versuchen habe ich ausschlieslich mit großen Tauwürmern gefischt. Die Ruten wurden so gut es bei Dunkelheit möglich war, vor eine Krautbank oder vor ein Seerosenfeld gelegt.
Als Bissanzeiger dient mir ein Glöckchen mit Knicklichthalter, das es speziell für Feederspitzen gibt.
Hier vor der Krautbank konnte ich mehrere Aale überlisten. Da man bei so vielen Hinternissen aber jeden Fisch ohne Kompromisse an Land drillen muß, verwende ich Hauptschnüre von 0,30 bis 0,35 mm. Das passt zwar eigentlich nicht zu so feinen Feederruten, aber ist wegen den Hinternissen und auch wegen den öfter beisenden Welse unerlässlich.
Im Gesamten konnten wir in den letzten 5 Wochen 15 Aale fangen, wovon wir 5 Stück wieder zurück gesetzt haben. Das Schonmaß liegt bei uns bei 40cm aber alle Aale unter 50 bis 55cm setzen wir wieder ein. Da hier einfach nicht genug dran ist. Zudem wollen wir in den nächsten Jahren ja auch noch was fangen.
Die größten Verwerter unserer Tauwürmer waren aber wohl die Klappermänner. Sie haben es an manchen Tagen geschafft, ganze Würmer vom Haken zu schnibbeln, ohne das auch nur ein Zucken an der Rute zu sehen war. Bei jedem Ansitz von ca. 21.00 Uhr bis 1.00 Uhr nachts, waren so ca. 25 Tauwürmer weg. Bei uns ist das Angeln auf Aal und Wels nur bis 1.00 Uhr erlaubt.
Hier ein frisch panierter Aal, der sich nach dem stechen noch aus dem Staub machen wollte. Neben den Aalen, konnten wir auch 5 kleine Welse fangen. Zum Glück waren es bisher weniger als im letzten Jahr. Allerdings denke ich, das es mehr werden, wenn die Wassertemperatur noch steigen wird.
Meine zweite Angelstelle befindet sich ca 2 Km stromab. Hier habe ich einen Versuch an einer Brücke gemacht, wo der Altrhein sehr schmal ist. Hier habe ich 3 der 5 Welse gefangen und einen Aal. Allerdings waren die Welse durchweg klein. Der größte lag bei 45cm, der kleinste bei ca.15cm. Was allerdings schon groß genug ist, um einen großen Tauwurm am 1/0 Haken zu schlucken.
An dieser Stelle, hat sich gezeigt, das Aale wohl wirklich etwas Lichtscheu sind. Vor der Brücke schien das Licht einer Straßenlampe ins Wasser. Dort hatte ich nicht einen Biss. Die zweite Rute warf ich in den Schatten der Brücke. Dort hatte ich mehrere Bisse und konnte auch einen Aal und einen kleinen Wels fangen.
Ein kleiner Altrheinwels....
Hier ein 72cm Aal ebenfalls aus dem Altrhein....
Aber man kann nicht nur Aale und Welse hier fangen. Manchmal kommen in der Dunkelheit auch andere Fische zum Abendessen vorbei. Ein schöner Beifang, hatte ich zwischendurch auch. Der Fisch biss auf 2 Tauwürmer am 1/0 Haken. Zuerst dachte ich an einen Wels. Als er dann im Kraut hing, dachte ich, er ist weg. Als ich ihn dann doch wieder frei bekam, ich zog mit der Feederrute, bis sich schon fast das Handteil bog, konnte ich den Fisch doch noch landen.....
Mit 56cm war das meine bisher größte Schleie. Nach dem Bild wurde der Fisch aber wieder zurück gesetzt.
Zum Schluss muß ich sagen, das dieses Jahr, was die Aale betrifft, sehr viel besser was, als das vergangene. Zumindest bei uns hier am Altrhein. Leider wird in den nächsten Tagen, das Kraut hier im Wasser die Macht übernehmen. Dann ist es fast unmöglich, hier bei Nacht zu fischen. Aber ab nächsten Monat, werde ich mal auf Welse oder Zander am Rheinstrom versuchen. Die Aale, die ich bisher gefangen habe, sind weit mehr, als im ganzen letzten Jahr. Somit bin ich zufrieden und werde es mal auf eine andere Fischart versuchen, wenn ich wieder Zeit habe.
Zum Schluss noch etwas über die Verwertung der Aale. Ich habe einen kleinen Tischräucherofen. Dort kann ich immer wenn ich Lust habe, portionsgerecht räuchern. Das reicht für 4 bis 6 liegende Aale, oder 2 kleinere Welse oder auch für 6- 8 Forellen. Es geht recht schnell und macht Spaß....
Hier sind ein paar der gefangenen Aale zum räuchern. Hiermit endet mein kleiner Bericht zu den letzten 5 Wochen Aalfischen.
Gruß Raba