You are not logged in.

jkr

Intermediate

  • "jkr" is male
  • "jkr" started this thread

Posts: 408

Location: Bietigheim-Bissingen

Occupation: Selbstaendig

Hobbies: Angeln, Ami-Schlitten, Computer, Tauchen, ...

Level: 35 [?]

Experience: 715,190

Next Level: 824,290

  • Send private message
245

1

Monday, November 12th 2007, 12:59pm

Lachse haben nichts zu lachen

Hi
hier ein Auszug aus einem Pressebericht des WWF-Deutschland 2005:

Ursprünglich wurden die Lachsfarmen gelobt, da sie die Jagd auf den wildlebenden Lachs drastisch einschränkten und gleichzeitig vielen Menschen den Genuss dieses köstlichen Speisefisches ermöglichten. Doch mehr und mehr werden die Lachsfarmen zu einer Bedrohung für die letzten Wildbestände.

Zuchtlachse, die aus norwegischen Fischfarmen entflohen sind, bedrohen die Bestände ihrer wild lebenden Verwandten. Einem neuen WWF-Bericht zufolge entkommen jedes Jahr etwa eine halbe Million Tiere. Hauptursachen sind Schlupflöcher, die auf Fahrlässigkeit sowie unzureichende Vorsichtsmaßnahmen und mangelhafte Schulungen der Angestellten zurückzuführen sind. So entwischen die Lachse zum Beispiel beim Umsetzen in einen anderen Zuchtkäfig.

Diese im offenen Wasser verankerten Netzkäfige sind darüber hinaus die reinsten El Dorados für Parasiten wie die Seelaus und für Krankheitserreger, die für die Wildlachse zu einer ernsthaften Gefahr werden können. Außerdem werden durch die Konkurrenz der entflohenen Zuchtlachse Nahrung und Fortpflanzungspartner für die Wildtiere knapp.

Die vorliegende Studie widerlegt das von den Befürwortern der Fischfarmen ins Feld geführte Argument, dass die Fischzucht zur Erholung der wild lebenden Bestände beitrage, den bereits heute ist einer von vier Lachsen in Norwegens Flüssen ein Flüchtling aus einer Fischfarm. Es kommt immer häufiger zur Vermischung von Zucht- und Wildlachsen. Dadurch werden der Gen-Pool und auch die Widerstandsfähigkeit der Wildlachse schwächer. Langfristig, so befürchten Froscher, wird es immer weniger Nachkommen von wildlebenden Lachsen geben. Gleichzeitig droht die Übertragung von Krankheiten durch Zuchtlachse sowie der Kampf um Nahrung und Nachkommen den begehrten Speisefisch in seiner natürlichen Art komplett zu vernichten

500.000 Tonnen Lachs und Regenbogenforelle werden in Norwegens Fischfarmen jedes Jahr produziert. Die Fischzucht gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes. Gleichzeitig ist Norwegen die Heimat der Hälfte aller wild lebenden Atlantischen Wildlachse. Deren Bestände sind durch den Bau von Dämmen und durch die Umweltverschmutzung durch Industrie und Landwirtschaft bereits in vielen Regionen zusammengebrochen. Dämme und andere Flussbauten stören den Weg der Lachse zu ihren Laichgründen und verhindern somit die Fortpflanzung.

Auch hier ist die Frage, ob es dem Menschen gelingt, seine wirtschaftlichen Aktivitäten so zu gestalten, dass der wildlebende Lachs langfristig überleben kann. Wünschenswert ist es – für Mensch wie Tier.

mfg
Jan
:eastern3 Vom Norwegenvirus befallen

Social bookmarks

Counter:

Hits today: 257 | Hits yesterday: 236 | Hits record: 33,222 | Hits total: 565,788