Ich glaube, das mal wieder der Kleine herhalten soll, weil man an die Großen nicht dran kommt. Selbst wenn alle Angler ihre Ruten zu Hause lassen, wird sich an der Situation nicht viel ändern. Wenn die großen Fangflotten ihre riesigen Schleppnetze über die Weltmeere ziehen und jeglichen Fisch, Meeressäuger und Schildkröten mit ihren Maschen töten, ist keine EU da, die da Einhalt gebietet. Aber nun soll der Kleine wieder herhalten, um vergebliche Mühen, gut dastehen zu lassen. Natürlich bin ich dafür, das auch wir Angler unseren Teil dazu beitragen, das Fische nicht vom Aussterben bedroht sind. Ich bin sogar der Überzeugung, das Menschen, für ihr Hobby viel mehr tun, als die Bürokraten der EU glauben. Aber dass sie nur einen winzigen Bruchteil leisten können, sollte auch in Brüssel bekannt sein. Wenn heute beschlossen wird, das in Deutschland kein Aal mehr gefangen werden soll, weil es bald zu spät für die Aale ist, so würde ich das befürworten. Aber wenn ich sehe, das wir dadurch 2-3% der Aale retten könnten und die anderen 97% immer noch sterben werden, ohne das auch nur ein Angler in Deutschland daran Schuld trägt, dann frage ich mich schon, ob nicht auch ein anderer Ansatz zur Rettung der Aale nötig wäre, als nur ein Fangverbot für uns Fischer...
Genau so, sehe ich es auch für den Dorsch und viele andere Fische. Der Angler mit seiner Rute muss helfen, den Bestand zu erhalten und zu schonen, aber er alleine wird nichts aufhalten können, wenn nicht die wirklichen Probleme angegangen werden. Hier möchte ich auch ganz deutlich die vielen Naturschutz Organisationen in die Pflicht nehmen, die das ganze Jahr damit verbringen, den kleinen Angler an den Pranger zu stellen.
Wenn ihr was bewegen wollt, dann fangt mal bei denen an, die 97% der Probleme zu Verantworten haben. Auch wenn es leichter ist, die Kleinen in die Pflicht zu nehmen, sollten sich einige überlegen, ob sie wirklich etwas erreichen wollen, oder nur einen Sündenbock suchen, der nur geringen Widerstand leisten kann...
Gruß Raba