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Raba

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Tuesday, November 10th 2009, 12:12am

WWF fordert komplettes Aalfangverbot

Auf der Homepage des WWF Deutschland steht die Forderung nach einem Fangstop für Aale. Dies soll für Berufsfischer ebenso wie für die Sportfischerei gelten. Das der Aal als bedroht anzusehen ist, ist seit längerer Zeit bekannt. Hier die Pressemitteilung:

Quoted

Aal vor dem Aussterben

WWF fordert Fangstop für kommerzielle Fischerei und Sportfischer

Der Europäische Aal steht kurz vor dem Aussterben. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat heute dringend einen maximalen Schutz des Aals in allen Entwicklungsstadien empfohlen. Als Konsequenz fordert der WWF eine Schließung jeder Aal Fischerei. Die Jungtierpopulation ist seit den achtziger Jahren auf ein bis neun Prozent ihrer Größe geschrumpft. Selbst bei Inkrafttreten eines sofortigen Fangstops wird es nach wissenschaftlichen Prognosen 60 - 100 Jahre dauern, ehe sich der Aalbestande erholen, da es zuwenig fortpflanzungsfähige Tiere gibt.

Überfischung ist die Hauptbedrohung für das Überleben des Aals. Allein in Deutschland wurden 2008 fast 2.400 Tonnen Aal verzehrt. Zu Beginn der Aalsaison appelliert der WWF aufgrund des dramatischen Niedergangs des Gesamtbestands an Verbraucher und Politik.

"Jeder Aal auf dem Teller gefährdet das Überleben der gesamten Art. Dabei ist es gleichgültig ob die Tiere in kommerzieller oder Sportfischerei gefangen werden. Es darf keine Ausnahmen mehr geben, wenn wir diesen Fisch nicht ausrotten wollen" sagt Cathrine Zucco, WWF-Fischereiexpertin. Auch Aal aus Aquakultur sei keine Alternative, da hierfür Jungtiere, die sogenannten Glasaale, dem Wildbestand entnommen werden und keine Chance bekommen, sich fortzupflanzen. "Aalzucht ist lediglich Aalmast - jedes entnommene Jungtier fehlt dem Arterhalt" so Catherine Zucco weiter. Auch Besatzmaßnahmen, bei denen Aale als Jungfische gefischt, aufgezogen und als ältere Tiere in Flüsse eingesetzt werden werden von Wissenschaftlern kritisch beurteilt. Es ist ungewiss, ob diese Tiere den Weg zu ihren Laichplätzen in der Sargassosee finden.

Gerade der Glasaal steht unter hohem kommerziellen Druck: Die Preise für ein Kilo - das entspricht ca. 3000 Fischen -
liegen bei 600-650 Euro mit Preisspitzen von bis zu 1000 Euro. Glasaale werden hauptsächlich in Frankreich, Spanien und Portugal für den asiatischen Markt gefangen. Auch Deutschland importiert Glasaal für die kommerzielle Aalproduktion in Aquakulturen zum Verzehr oder für Besatzmaßnahmen.

Aufgrund seines komplexen und von langen Wanderungen geprägten Lebenszyklus ist der Aal doppelt bedroht: Neben
der Fischerei stellen auch Flussbebauungen wie Dämme, Wehre und Turbinen tödliche Hindernisse auf der Wanderung durch Europa dar.

Aale schlüpfen in der Sargassosee und durchqueren in einer 5.000 Kilometer langen Wanderung den Atlantik. Als 7 cm lange Glasaale erreichen sie nach ca. drei Jahren Europa, wandern die Flussmündungen hinauf, wo sie im Süsswasser ca. 10-20 Jahre bis zur Geschlechtsreife heranzuwachsen. Um sich ein einziges Mal im Leben zu reproduzieren, kehren die adulten Aale durch Flüsse und Atlantik in die Sargassosee zurück, wo sie nach dem Ablaichen sterben.

Quelle: WWF
Ich möchte zu dem Artikel noch ein paar Sätze schreiben. Vielleicht wäre ein komplettes Aalfangverbot wirklich die Einzige und darum auch Beste Lösung. Auch wenn es aus Sicht der Angelei schade wäre, so könnte ich das verkraften. Allerdings muss ich auch dazu sagen, das die Sportfischer oder Angler wohl das kleinste übel sein werden, das der Aal hat. Die Angler sind mit Sicherheit die, die man am leichtesten zum Aalfangverbot bringen kann.Ob sich allerdings die kommerzielle Fischerei auch so leicht überzeugen lässt, wage ich doch sehr stark zu bezweifeln. Und das die ganzen Kraftwerke ihre Turbinen und Kühlwasserpumpen abschalten werden, ist wohl auch mehr als fraglich. Obwohl für den Aal ein groß angelegtes Projekt bestimmt hilfreich wäre und vielleicht auch sein Überleben in Zukunft sichern könnte, hoffe ich, das zum Schluss nicht ein paar Angler herhalten sollen und die größten Verursacher des Problems wieder außen vor bleiben, weil sie eine Lobby haben, bei der es um viel Geld geht.

Gruß Raba

Wasserwolf

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Tuesday, November 10th 2009, 8:31pm

Moin Moin Boardies,

auch ich befürworte das Aalfangverbot. Es wäre schade wenn der Aal aus den Gewässern verschwindet.

Aber man muss darauf achten das nicht nur die Sportfischer sich daran halten, sondern ausnahmslos alle.


LG
Wasserwolf
Der den Waller streichelt!!! :D



Raba

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Tuesday, November 10th 2009, 11:39pm

@ Wasserwolf

Genau hier sehe ich das Hauptproblem. Während viele Angler auf den Aalfang verzichten würden, um auch der nächsten und übernächsten Generation die Möglichkeit zu geben, einen lebenden Aal zu sehen oder auch wieder zu fangen, werden die Leute, die damit viel Geld verdienen nicht so leicht zu überzeugen sein. Auch die Kraftwerksbetreiber, egal welcher Kraftwerke, werden nicht einfach Gelder für Fischtreppen oder Umgehungswege für die Aale locker machen. Ich möchte noch ein kleiner Ausschnitt aus einem Bericht der Fischereiexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Christel HAPPACH-KASAN in Teilen anfügen.

Quoted

Happach-Kasan: Bestand des Aals durch Kleine Wasserkraft in Deutschland bedroht Bundesregierung beschönigt die Situation

Bericht vom 28.05.2009

Der Bestand des Europäischen Aals befindet sich nach Einschätzung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) derzeit "außerhalb sicherer biologischer Grenzen". In der "Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands" wird der Aal ebenfalls als "gefährdet" eingestuft. Hauptursachen für den dramatischen Rückgang der Aalbestände sind der Export der Glasaale in den ostasiatischen Raum sowie die Tötung der Blankaale in Wasserkraftanlagen...........

Glasaale werden nach Angaben der Bundesregierung derzeit zu etwa 45 % nach Asien exportiert, 20 % werden als marinierte Fischdelikatesse in Spanien und Frankreich direkt verzehrt, 20 % stehen für Besatzzwecke in europäischen Gewässern zur Verfügung und nur 15 % Jungaale wandern in Europa natürlich in die Gewässer ein. Die EU-Verordnung verfolgt das Ziel, dass bis 2013 etwa 60% des Glasaalaufkommens für die Wiederauffüllung der Bestände in europäischen Gewässern zur Verfügung stehen. Das entspricht nahezu einer Verdoppelung der jetzt erreichten Quote................................

Der zweite wichtige Grund für den starken Rückgang der Aalbestände ist die hohe Verlustrate der Blankaale beim Aalabstieg. Etwa 50% der Gewässer in der EU sind verbaut. Nach Auskunft der Bundesregierung gibt es 7700 Wasserkraftanlagen, mit denen in Fließgewässern elektrischer Strom erzeugt wird. Die Wanderung der Aale durch die Wasserkraftanlagen führt zu hohen Verlusten. In Beantwortung einer früheren Anfrage hat die Bundesregierung die Verlustrate mit 30% angegeben (Drucksache 15/2929). Untersuchungen am Main zeigen ebenfalls, dass etwa 30% der Blankaale in Wasserkraftanlagen getötet und zusätzlich die Hälfte der überlebenden Aale verletzt werden. Durch die summarische Wirkung von hintereinander folgenden Wasserkraftanlagen fällt die überlebensrate abwandernder Blankaale statistisch gesehen bereits nach der dritten Wasserkraftanlage unter den von der EU geforderten Wert von 40 %. Nach der siebten Anlage beträgt der Wert nur noch 10 %. Die Vermutung der Bundesregierung, dass in Deutschland der von der EU geforderte Wert erzielt wird, dass 40% der Blankaale das Meer erreichen, ist somit völlig unrealistisch..........................................

Die Einschätzung der Bundesregierung ist hinsichtlich der Wirkung von Wasserkraftanlagen auf die Fischfauna und speziell den Aal ebenfalls geschönt. Sie verweist auf grobe Schätzwerte nach denen etwa 390 t Aal in Deutschland jährlich durch technische Anlagen, wie z. B. Kühlwasserentnahmen und Wasserkraftanlagen getötet werden. Fischereiexperten kommen zu anderen Ergebnissen. Allein an einer 700 kW-Wasserkraftanlage an der Lahn werden zum Beispiel pro Nacht in Zeiten durchschnittlicher Aal-Abwanderungsaktivität 100-150 kg Blankaale getötet, so eine Mitteilung des Verbandes Hessischer Fischer. Die Abwanderungszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 15 bis 20 Tagen im Jahr, so dass allein in dieser Anlage 2-3 t Aale in einem Jahr getötet werden. ...............................................................................

Die Stromerzeugung in Wasserkraftanlagen wird in Deutschland durch das Energieeinspeisungsgesetz (EEG) gefördert. Wasserkraftanlagen in den Unterläufen großer Ströme wie Elbe oder Weser müssen von allen Blankaalen der Gebietseinheit passiert werden. Dort sind Wasserkraftanlagen nur zu rechtfertigen, wenn durch Schutzmaßnahmen wie Fischtreppen, Fischpässe, Rechen zum Versperren des Turbinenkanals ein sehr hoher Anteil die Anlagen lebend und unverletzt passieren kann. 90% des Stroms wird in den 355 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1 MW produziert, die restlichen 10 % in 7 345 Kleinanlagen. Angesichts des extrem geringen Beitrags dieser Anlagen zur Energieversorgung und den hohen ökologischen Schäden durch Störung des Gewässerkontinuums, Artenschwund bei Fließgewässerarten etc. sollte das EEG hinsichtlich der Förderung von Strom aus Wasserkraftanlagen novelliert werden. Es darf kein weiterer Anreiz zum Aus- und Neubau dieser kleinen Wasserkraftanlagen geschaffen werden. Die Minderung der Mortalität der Blankaale muss im Interesse des Artenschutzes Priorität gegenüber der Stromproduktion in kleinen Wasserkraftanlagen erhalten..............................

Quelle: happach-kasan.de
Zuletzt sollte man auch nicht vergessen, das die Kormorane in Deutschland etwa die gleiche Menge an Fischen fressen, die Sport- und Berufsfischer zusammen fangen. Ich denke mal, das man so auch mit den Aalen rechnen kann. Die selbe Menge an Aalen, die alle deutschen Fischer und Angler im Jahr fangen, fressen auch die Kormorane in Deutschland. Für mich steht somit fest, das die Angler hier auf ziemlich verlorenem Posten stehen, selbst wenn sie auf den Aalfang verzichten.

Gruß Raba

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